Kärnten - von Wörthersee über Kasnudeln bis Nockberge
von Marcel Kalisch
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Für dich, für mich oder für unsere liebsten Angehörigen ist es irgendwie schon selbstverständlich geworden - wir suchen uns eine interessante Region heraus, welche wir besichtigen wollen und nachdem wir die nötigsten Sachen beinander haben, geht die Reise auch schon los. Aber hast du dich einmal gefragt, wie die Menschen es in dieser Ziel-Region schaffen sich selbst oder ihre Familien zu ernähren/finanzieren? Es gibt Regionen oder Länder, bei denen die Menschen gezielt vom Tourismus leben und diesen auch benötigen. Kärnten ist eine solche Region, von der wir es vielleicht nie gedacht hätten. Das Bundesland Kärnten ist die Bedeutung für Naturraum, ein Ort für Erholung und Rückzug, ein Ort, an dem viele Menschen zu Hause sind. Der Ländliche Raum Kärnten ist mit seinen mittelständischen und landwirtschaftlichen Unternehmen zugleich ein wichtiger Wirtschaftsstandort für neue Innovationen. Nur durch diese Innovationsaktivitäten der kleinen und mittleren Unternehmen ist es möglich, in dem ländlichen Raum Kärnten Arbeitsplätze zu schaffen und nicht zuletzt auch die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Region zu sichern. Meine Reise durch Kärnten lief also etwas anders ab, als die bisherigen Sightseeing-Touren durch unentdeckte Ecken dieser Welt. Auf dieser Reise war es für mich von besonderer Bedeutung in Erfahrung zu bringen, welche Innovationen in Kärnten sich etablieren konnten und für die BewohnerInnen dieser Region entscheidend für ihren Lebensunterhalt sind.

Am Montag in der Früh ging es für mich mit dem Zug von Wien nach Kärnten, in das südlichste Bundesland und mit 9.533 Quadratkilometer Landesfläche das fünftgrößte Österreichs. Kärnten grenzt im Westen an das Bundesland Tirol, im Norden an Salzburg, im Norden und Osten an die Steiermark und im Süden an Italien und Slowenien. Mit seiner einzigartigen Landschaft ist Kärnten die drittwichtigste Tourismusdestination in Österreich. Kärnten hat viele Vorzüge und Potentiale als zentrale Drehscheibe in Europa und mit der geografischen Lage im Alpen-Adrian-Raum scheint das Bundesland perfekt zu liegen. Der Tourismus ist für Kärnten nicht nur ein effektives Aushängeschild, sondern auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Als wirtschaftliches und soziales Phänomen hat der Tourismussektor in der Vergangenheit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Tourismuswirtschaft in Kärnten hat eine zumeist unterschätzte Wirkung auf Arbeitsmarkt und Einkommen. Fast 50.000 Menschen leben in Kärnten von Jobs, die direkt oder indirekt vom Tourismus abhängen. In Kärnten hängt nahezu jeder fünfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Tourismus ab; im ländlichen Raum, beispielsweise in den Oberkärntner Tourismusregionen, sogar jeder dritte Arbeitsplatz. Aus all den Vorteilen der kulturellen Vielfalt und der geografischen Lage liegt die Bruttowertschöpfung aus dem Tourismus-Wirtschaftszweig bei 15 Prozent - immerhin.

Als dann nach vier Stunden Fahrt der Zug in Klagenfurt eintraf, lagen noch einmal eine gute halbe Stunde Busfahrt zur Unterkunft vor mir. Ausprobieren durfte ich die Gastfreundschaft im Natural Hotels & Resorts Dorf SCHÖNLEITN in Latschach, welches in einer idyllischen Lage zwischen Bergen und direkt am Faaker See liegt - eine traumhafte Gegend. Die Mitarbeiter in diesem Hotel waren sehr entgegenkommend und mir war es trotz zeitlich später Ankunft noch möglich, im Restaurant eine Kleinigkeit zu essen sowie ein Kühles Bier zu verkosten. Auf Bildern war mir im Internet ja bereits ein kleiner Einblick in die Anlage möglich, aber was mich am nächsten Morgen erwartete, übertraf natürlich jegliche Vorstellungen. Das Hotel ist in Form eines kleinen Dorfes gebaut und entzückt mit seinen vielen kleinen Ortstypischen Holzhütten - romantisch. Die Zeit in diesem Hotel hat mir sehr gefallen, es gab immer stets eine regionale Vielfalt an Leckereien und Getränken und die Zimmer waren rustikal aber sehr herzlich eingerichtet. Es hatte teilweise den Anschein, als sei die Zeit dort stehen geblieben, aber in jedem Fall ein sehr pulsierendes „Dorfleben“.

Die erste Anlaufstelle war für mich das Innovations- und Technologiezentrum - „Der Lakeside Park“. Der Lakeside-Park entstand mit dem politischen Hintergrund, den Übergang zur Wissensökonomie und damit der verbundene Treiber für Wachstum und wirtschaftlichen Wohlstand zu sichern. Damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig verbessert und verstärkt wird, muss auf eine ausgezeichnete Forschungs-, Technologie- und Innovations-Performance gesetzt werden - das alles soll im Rahmen der ins Leben gerufenen Strategie „Kärnten 2020: Zukunft durch Innovation“ stattfinden. Der Rundgang durch das Zentrum war beeindruckend, eine gut durchdachte Planung und Entwicklung, welches nach wie vor noch aufgrund der hohen Nachfrage ausgebaut wird. Die Schwerpunkte konzentrieren sich auf die Informations- und Kommunikationstechnologie, interdisziplinäre Entwicklungsansätze, Gründermilieus, Ausbildungs- sowie Arbeits- und Lebensumfeld. Mit der Diffusion von Forschung, Entwicklung, Ausbildung und Dienstleistung positioniert sich die ländliche Region Kärnten als High-Tech-Standort für nationale und internationale Unternehmen - für die angrenzende Universität Klagenfurt natürlich eine Win-Win-Situation. Seit 2003 entwickelten sich auf 40.000 Quadratmeter ein High-Tech-Standort in Kärnten, was über 60 Unternehmen angezogen hat und mehr als 1000 MitarbeiterInnen beschäftigt.

Was auf jeden Fall für jeden noch auf dem Programm stehen sollte, wenn ihr euch in Klagenfurt oder unmittelbaren Nähe befindet, ist ein Besuch zum Pyramidenkogel. Mit seinen 900 Metern Höhe ist die in Keutschach, südlich vom Wörthersee gelegene Aussichtsplattform der höchste Holzaussichtsturm der Welt. Wer die 441 Stufen bis zur höchsten der drei Plattformen überwunden hat, kann nicht nur Stolz auf sich sein, sondern einen einzigartigen Rundblick über Kärnten und seine beeindruckende Seenlandschaft genießen - für Fotografen ein Schlaraffenland. Wer es aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen sollte, kann auch den Aufzug benutzen. Am Ende ist es den Genießern jedenfalls möglich, mit der in die fast 52 Meter Tief gehende höchsten Gebäuderutsche Europas wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen - ein Erlebnis für jede Altersklasse.

Mit großem Interesse verfolgte ich als nächstes den Weg zur Sonnenstadt St. Veit, wo die erneuerbare Energie ein Lebensmittelpunkt der Menschen geworden ist. Unternehmen, private Haushalte und öffentliche Einrichtungen sind seit Jahren Vorreiter einer nachhaltigen Entwicklung. Mitte der 1990er Jahre hatte St. Veit schon einen gewerblichen und industriellen Schwerpunkt in der Energiegewinnung im Bereich Erneuerbarer Energien. Aufbauend auf diesem Fundament entsteht eine neue Stadt, die Sonnenstadt St. Veit. Unter dem Symbol der Sonne werden zahlreiche Impulsprojekte umgesetzt, die den neuesten Stand der Technik aber auch Zukunftsentwicklungen im Bereich erneuerbare Energie widerspiegeln. Neben der Energiegewinnung spielen im Konzept der Stadt auch die Sensibilisierung bei der Energienutzung sowie Wissensvermittlung rund um Erneuerbare Energie und alternative Mobilität eine entscheidende Rolle. St. Veit an der Glan ist stark auf erneuerbare Energieträger konzentriert. In den letzten Jahren wurden mehrere Photovoltaikkraftwerke gebaut, die in der Innenstadt und unmittelbaren Umgebung der Stadt verteilt sind. Ein-Megawatt installierter Photovoltaikleistung befindet sich im Sonnenpark, südöstlich des Stadtzentrums. Auf dezentralen Standorten (Tennishallen, Schulen, Sportstätten) sind nochmals kleinere Flächen mit insgesamt rund 700 Kilowatt Leistung installiert. Am Gelände der ehemaligen Mülldeponie in St. Veit wurde das größte Photovoltaik-Kraftwerk Kärntens gebaut. Die Modulfläche der neuen Anlage beträgt 10.700 Quadratmeter - die Anlage zählt damit zu den fünf größten in Österreich und die Dimension war für mich live sehr beeindruckend. Zu der Zeit, als erneuerbare Energie als Begriff noch gar nicht existierte, betrieb St. Veit zusammen mit dem Industrieunternehmen „Funder“ und dem Energieversorger „Kelag“ bereits eines der effizientesten Fernwärmenetze in Europa. Bis zum heutigen Tag werden bereits mehr als 70 Prozent der Stadt mit Abwärme aus erneuerbarer Energie versorgt und die Erweiterung des Fernwärmenetzes wird schrittweise vorangetrieben. Die Biomasse Energieanlage versorgt die Haushalte mit Fernwärme. Neben der Erzeugung von Wärme aus erneuerbarer Energie wird seit einigen Jahren auch Strom in dieser Anlage gewonnen. Durch den Einsatz von Fernwärme aus erneuerbare Energie wurde in St. Veiter Luft weniger CO2 geblasen. Von vielen Hausdächern in St. Veit schimmern solar Kleinkraftwerke. Mit dem 1000-Dächer-Programm haben die Hauseigentümer die Möglichkeit, ihr Haus mit relativ geringem Aufwand zu einem kleinen, Alternativ-Energie-Kraftwerk umzurüsten. Gemeinsam mit diversen lokalen Unternehmen aus der Solartechnikbranche hat Stadtgemeinde St. Veit an der Glan für die Bevölkerung günstige Varianten ausgearbeitet, die sie gemeinsam mit Experten auf Ihre Bedürfnisse hin anpassen können - ein zukunftsfähiges Konzept. Die Elektromobilität ist in der Stadt St. Veit an der Glan ebenso ein wichtiges Thema - wenn schon nachhaltig, dann richtig. Das interessante dabei ist, dass es mit dem Tourismus verknüpft wird. In Zusammenarbeit mit dem E-Mobilitätsprojekt des Landes Kärnten „Lebensland Kärnten“ wird die Sonnenstadt mit einer dichten und alltagstauglichen E-Mobilitätsinfrastruktur ausgestattet. Elektrogetriebene Autos sowie E-Mountainbikes stehen für Touristen und Einheimische zur Verfügung. Die hippen E-Zweisitzer und die flotten Drahtesel sind aus dem Stadtbild gar nicht mehr wegzudenken. Dazu wurden neun ausgesuchte E-Bike-Touren mit speziellen Themen konzipiert. Die Routen selbst wie Ausflugsziele, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe werden dem Kunden als Vorschlag digital via App, Orientierungskarte und Markierungen in der Natur näher gebracht.

Kärnten hat das Glück ein Teil des Alpe Adria Raumes zu sein. Das ergibt eine spannende kulturelle, kulinarische und touristische Mischung. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Imageträger ist der Tourismus ein starker Motor für das Land Kärnten. Das Land hat durch die neuen innovativen Wege, Engagement und Kooperationen in den letzten 10 Jahren mit einem übersichtlichen Wachstum an Wertschöpfung aufgewartet. Kärnten zählt unter den Tourismusregionen Österreichs zu den zentralen „Playern“. Das Tourismusland Kärnten will neue und attraktive Zielgruppen und Märkte gewinnen, die dafür erforderlichen Kooperationen, Investitionen und Innovationen in den Erlebnisleistungen der Marke umsetzen und prägnant und alleinstellend am Markt kommunizieren. Die Tourismusmarke Kärnten wird mit Inhalten, sprich landesweiten Leitprodukten und Erlebnisleistungen sowie regionalen Markenerlebnisräume, gefüllt - mit dem Schwerpunktthema „Geschmack der Kindheit“ und Slow Food Travel Region ist Kärnten ein völlig neues touristisches Produkt auf den weltweiten Hauptmärkten. Das Leitprodukt zum Thema Wandern ist der Alpe-Adria-Trail. Der Alpe-Adria-Trail verbindet folgende drei Regionen: Kärnten, Slowenien und Italien. Der Weitwanderweg führt vom Fuße des höchsten Berges Österreichs, dem Großglockner, durch die schönsten Kärntner Berg‐ und Seengebiete und ohne große Umwege in die Nähe des Kreuzungspunktes der drei Länder Österreich, Italien und Slowenien. Sie bietet ein attraktives kulinarisches Ausflugsziel. Der Trail wurde vom renommierten National Geographic zu den 10 attraktivsten neuen Weitwanderwegen weltweit gekürt, wenn das also mal kein Ansporn ist diesen auszuprobieren - wir jedenfalls haben diese Route in unsere Liste bereits aufgenommen :)

Aber abgesehen von diesen zahlreichen Besichtigungen, Führungen und Informationen, was mein Gehirn bisher in Kärnten erleben und lernen durfte, übertrifft glaube nichts dem Burgbau in Friesach. Das Mittelalter ist für die Burgenstadt Friesach ein wichtiges Thema. Fast keine andere Stadt zeigt sich so in seiner mittelalterlichen Ursprünglichkeit wie diese. Vor einigen Jahren ging man der Frage nach, wie im Mittelalter solche monumentalen Bauwerke errichtet wurden und begann mit dem Bau einer Burg. Seit 2009 wird eine mittelalterliche Burg mit wissenschaftlicher Begleitung, mittelalterliche Methoden nachgebaut. Bewusst wird auf alles verzichtet, was der technische Fortschritt in den letzten Jahrhunderten an Erleichterung gebracht hat. Das Burgabbau-Experiment ist auf 30 Jahre angelegt. Das Burgprojekt basiert auf drei Säulen: Tourismus, Beschäftigung und Wissenschaft. Durch dieses Projekt werden neben dem Touristischen und Wirtschaftlichen Nutzen die Arbeitsplätze in einer schwachen Region geschafft und alte Techniken für die Welt erforscht und bewahrt. Es sollten nicht nur alte Techniken erforscht und bewahrt werden, sondern eine "Schule des Bauens" geschaffen werden, in der auch neue Lern- und Managementstrategien ausprobiert werden und Barrierefreiheit, "gender diversity" und die Begegnung von Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten gefördert werden. In Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten und dem AMS wird Menschen aus der Region die Möglichkeit gegeben, am Burgbauplatz zu arbeiten. Mich persönlich hat das Projekt stark beeindruckt und ich schwärme nach wie vor noch von den handwerklichen Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche sich ohne maschinelle Hilfe so viel Mühe für deren Errichtung geben. Ein Besuch ist dieses Spektakel auf jeden Fall wert.

Eingebettet in den Nationalpark Hohe Tauern und den Biosphärenpark Nockberge, liegt die kleine Stadt Gmünd am Zusammenfluss der beiden Flüsse Lieser und Malta. Seit 20 Jahren werden hier gezielt und konsequent auf Kunst und Kunsthandwerk gesetzt. Obwohl die Stadt Gmünd eine sehr kleine Stadt ist, gibt es sehr viele Kulturangebote und somit ist Gmünd als eine der lebendigsten, vielfältigsten Städte Österreichs zu bezeichnen. Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen Kunst und Innovation? Kreativität steht in Zusammenhang mit Innovation und Originalität als gemeinsamer Bestandteil von Kunst und Innovation. Die Stadt Gmünd ist eine Stadt, die durch eigene Originalität geprägt ist. Hier ist eine Welt der Kunst, wo an zahlreichen Ausstellungen interessierte in historischen Gebäuden, offenen Werkstätten und Ateliers heimischer und internationaler Künstler Skulpturengärten o.ä. genießen können. Hier gibt es Kunst und Kultur für jeden Geschmack, für jedes Alter. Die wunderbare Atmosphäre in den historischen Gassen und Gebäuden laden zum Flanieren, Wohlfühlen und Staunen ein. Die Stadt Gmünd hat 2011 den größten europäischen Tourismuspreis, den EDEN AWARD, für sich entschieden und zählt damit zu den herausragenden Reisezielen Europas abseits der Haupttourismusorte. Gmünd setzt ihren Schwerpunkt auf Bildende Kunst und Kunsthandwerk und hat damit in zwanzig Jahren etliche bis dato leer gestandene Altstadtgebäude revitalisiert und mit Leben gefüllt. Ein umfangreiches Veranstaltungsangebot, das von klassischer Musik, Volksmusik bis zu Tanztheater, Kabarett und Literatur reicht, überzeugt die Gäste der Stadt von der unglaublichen Vielfalt des Kulturangebotes. Und die Kunstvermittlungsprogramme für Kinder und die zahlreichen Kunst Seminare im Rahmen der Sommerakademie Gmünd ziehen Jahr für Jahr immer mehr begeisterte, kreative Menschen an. Ein absolutes MUSS für jeden KunstliebhaberIn oder KünstlerIn.

Einige umgesetzte Projekte haben es sogar inzwischen zu einer Art Markenzeichen für einzelne Regionen oder Orte geschafft, wie zum Beispiel das Karlbad mitten in den Nockbergen. Auch hier ist ein Besuch Pflicht. Das Karlbad ist ein altes Bauernbad, das letzte seiner Art in den Ostalpen und liegt 1.693 Meter Seehöhe inmitten des Nationalparks Nockberge in den Gurktaler Alpen. Das Karlbad hat eine fantastische Geschichte aufzuweisen, aber die könnt ihr gerne selber einmal bei Interesse recherchieren. In dem heutigen Gasthof gibt es lediglich sieben Gästezimmer, kein Strom, kein Internet, kein Telefon - aufgrund der Authentizität des Badebetriebes wird bewusst auf solch einen Ausbau verzichtet. Im Gasthaus selbst wurden mir die leckersten Kasnudeln serviert, die mir je serviert wurden - na gut ok, das waren meine ersten Kasnudeln überhaupt, aber sie waren Spitzenmäßig und sehr ausreichend. Übrigens: Nach einer Sage im Kärntner Mund ist eine Frau erst Heiratsfähig, wenn sie den Teigrand einer Kasnudel richtig Krendeln kann. Der wird nämlich nicht einfach zusammengedrückt oder gefaltet, sondern für die Fertigung des ornamenthaften Rillenrandes gibt es eine spezielle Technik, welche traditionell weitergegeben wird und nur wenige Eingeweihte beherrschen. Bei meinen Kasnudeln schien die Frau bereits (verdient) verheiratet zu sein :)

Wer sich bei einem Bad erholen möchte, kann das in Lärchenholztrögen mit dem Quellwasser der Karlquelle durchaus machen. Das Quellwasser wird übrigens mit glühenden Steinen erwärmt und ein Bad soll eine heilende Wirkung mit sich ziehen. Von der Nockalm aus ging es für mich mit einem breiten Wissen wieder zurück nach Wien, von wo aus ich auch nur jedem ans Herz legen kann, eine Region auch mal von einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen. Viel Spaß dabei.

Tipps:
  • Wenn ihr euch in St. Veit aufhalten solltet, genießt ruhig die Fahrt mit einem Elektromobil - es sei denn, ihr kamt bereits auf den Geschmack.
  • Den Burgbau in Friesach zu besuchen, ein absolutes MUSS. Es werden in regelmäßigen Abständen Führungen angeboten, die euch nicht nur durch die Anlage sicher begleiten, sondern euch auch noch mit zahlreichen Informationen bestücken.
  • Der Pyramidenkogel - die Aussicht sagt mehr, als ich schreiben könnte.
  • Wenn ihr schon einmal in Kärnten seid, dann müsst ihr in jedem Fall die Kasnudeln probieren. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, mir persönlich aber haben sie geschmeckt.
  • Der Biosphärenpark Nockalm hat es mir angetan, als Naturliebhaber und Hobby-Fotograf würde ich immer wieder diesen wunderschönen Naturpark besichtigen. Ihr solltet es übrigens auch!
  • Die Kärntner Bevölkerung habe ich als sehr freundlich und gesprächig kennengelernt. Nehmt euch die Zeit und quetscht sie nur so mit Fragen aus, das ist auch einer der Gründe, warum mein Text euch jetzt vielleicht mit neuem Wissen bestücken konnte.

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