Budapest, die Stadt des Quellwassers
von Marcel Kalisch
in Ungarn
Zugriffe: 807

Schon einst die Römer nannten Budapest die „Stadt der vielen Quellen“. Budapest soll sich zudem Wien städtebaulich und architektonisch ziemlich ähneln, wurde uns gesagt – zumindest hörten wir es gebräuchlich aus den Mundlauten der Wiener Bevölkerung. Allerdings soll sich Wien und Budapest nicht nur ähneln, sondern Budapest soll auch eines der schönsten Hauptstädte in Europa sein. Den Erzählungen wollten wir selber nachgehen und ganz nach dem Motto von Liselotte Pulver: „Da ich nicht viel zu tun hatte, besichtigte ich Budapest, die Königin aller Hauptstädte".

In der Tat ging es uns genauso wie Frau Liselotte Pulver – an ein paar freien Tagen im noch recht kühlen Mai 2016 ging es mit dem Auto von Wien in die ungarische Hauptstadt. Problemlos trafen wir uns nach unserer Ankunft mit unserem Gastgeber Gabor, übernahmen für die nächsten Tage die Wohnung, welche sich in der Nähe der ungarischen Staatsoper "Magyar Állami Operaház" befand und legten für das Abendessen noch ein kleinen Spaziergang entlang der Andrássy út ein, bevor wir in die Nagymezo utca abbogen und uns im Mozsár Kávézó bei Speis und Trank niederließen – übrigens wird die Andrássy út heimlich auch mit der Avenue des Champs-Élysées in Paris verglichen, die 2,5 Kilometer lange Straße ist in Budapest einer der wichtigsten Verkehrsstraße und verbindet den Heldenplatz mit dem Stadtwäldchen. Das Mozsár Kávézó ist ein kleiner gemütlicher Laden, es hat die Mischung einer rustikalen Bar in einem künstlerischen Umfeld. Bei einem Glas Wein trifft sich im Mozsár Kávézó am Abend die künstlerische Szene von Budapest und natürlich dürfen auch die Studierenden nicht fehlen, welche die Bar erst so richtig charakterisieren. Wir empfanden es dort als sehr gemütlich und fühlten uns wirklich willkommen. Falls ihr auch dort einmal vorbeischauen wollt, empfehle ich den hausgemachten Burger – oh mein Gott, wir schwärmen immer noch von diesem Burger.

Insgesamt waren wir drei volle Tage in Budapest, was nach unseren persönlichen Erfahrungen auch vollkommen ausreichend ist, um die Stadt gut kennenzulernen. Für die ersten Erkundungen ging es über die Kettenbrücke zum Stadtteil Buda in das Burgviertel. Die Kettenbrücke ist eines der bedeutendsten Bauwerke in Budapest und wurde 1849 für eine schnellere Verbindung zwischen Óbuda, Buda und Pest erbaut. Budapest hat eine beeindruckende Geschichte vorzuweisen, denn wie ihr wissen solltet, gehörte Budapest zur Österreich-Ungarischen Monarchie – was übrigens auch die Ähnlichkeiten der städtebaulichen Struktur sowie der architektonischen Bauwerke erklärt. Erst im 19. Jahrhundert wuchs Budapest zu der Stadt zusammen, wie wir sie heute mit 1,7-Millionen-Einwohner kennen – vorher waren die Viertel in einzelne Städte gegliedert, was sich zum Teil auch heute noch sehr bemerkbar macht. Von der Kettenbrücke gingen wir über das Burgviertel zum Gellértberg, wovon einem eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und auf die Donau gewährt wird. Theoretisch könntet ihr auch mit der historischen Standseilbahn hinauf fahren, was wir praktisch allerdings nicht empfehlen würden – spart euch das Geld für die Fahrt und erkundet lieber die Gegend zu Fuß. Das Burgviertel ist durch kleinere Gassen, Kopfsteinpflasterstraßen, der historischen Matthiaskirche, die mittelalterliche Ficherbastei und vielen anderen pastellfarbenen Häusern charakterisiert. Genießt das Viertel bei einer Tasse Kaffee und lasst die Geschichte in ruhigen auf euch wirken, es wird sich lohnen. Von dort aus ging es weiter in Richtung Zitadelle, dem höchsten Punkt des Gellértberges – auf ihr wurde die Freiheitsstatue von Budapest im Jahr 1947 errichtet und gedenkt an die Befreiung der Stadt im zweiten Weltkrieg. Von diesem Punkt aus kannst du auch noch eine wunderschöne Aussicht auf das Parlamentsgebäude genießen, was aus einem städtebaulichen Wettbewerb entstand und direkt an der Donau errichtet wurde – übrigens konnte die Jury sich zum damaligen Zeitpunkt nicht entscheiden und baute Platz 2 und 3 der Ausschreibung direkt hinter Platz 1, dem jetzigen Parlamentsgebäude; die Gebäude hinter dem Parlamentsgebäude sind nun auch ein Teil der öffentlichen Verwaltungsstelle. Diesen ausgiebigen Erkundungstag beendeten wir mit einem Abendessen im Bordó Bisztró. Das Bordó Bisztró liegt Mitten im Herzen von Budapest, nicht weit entfernt von der ungarischen Staatsoper "Magyar Állami Operaház" sind wir an diesem Restaurant durch einen Spaziergang durch die Altstadt vorbeigelaufen und machten aufgrund eines ersten positiven Eindruckes von außen auch Halt im inneren. Nur gut, denn das Ambiente hat ein äußerst gut durchdachtes Konzept, das Restaurant eine wirklich ordentliche Speisekarte und das Personal ist sehr nett und mit voller Harmonie und Gemütlichkeit bestückt. Wir waren von der Küche sehr überrascht und sind nach wie vor von dem Essen positiv angetan. Die Räumlichkeiten strahlen eine herzliche und warme Atmosphäre aus, einfach zum wohlfühlen. Das Essen war reichlich, für unsere Geschmäcker gut gewürzt und liebevoll serviert – nicht nur das Preis- Leistungsverhältnis stimmte, sondern hier möchten es einen die GastgeberInnen bis zum letzten Tropfen recht machen. Die Idee mit den Pommes in den kleinen Alu-Töpfen ist süß, allerdings waren bei uns kleine Rostspuren am Boden zu sehen und macht das ganze etwas unappetitlich - ein Besuch ist dennoch zu empfehlen.

Am nächsten Tag stand das Viertel Buda auf dem Programm. Nachdem wir wie gewohnt gemütlich und ausgiebig frühstückten und unserem Gastgeber Gabor die Wohnung wieder übergeben hatten, ging es ins Getümmel. Das historische Pest hat nicht mehr zu bieten als Buda, es ist einfach alles etwas teurer und touristischer geprägt – wobei ihr lieber die Restaurants in Pest aufsuchen solltet. Aber genug vom Restaurant und zurück zur Stadt. Beeindruckt hat uns auf jeden Fall noch der Heldenplatz und das Széchenyi Heilbad. Das Széchenyi Heilbad ist das in seiner Art und Weise größte Bad in Europa, leider haben wir es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft zu besuchen. Einen Besuch haben wir auch noch der weltweit zweitältesten Metrostation abgestattet. Die Metro ist sehr putzig und schaut gerade noch auf der historischen Linie M1 traditionell gepflegt aus. Eine kurze Fahrt schadet nicht und gönnt euch einfach Mal den Spaß. Budapest ist gegenüber anderen Großstädten nicht wirklich groß, wir sind alles zu Fuß abgelaufen und falls ihr es euch doch anders überlegen solltet, könnt ihr euch bequem beim Fahrer oder einer dafür eingerichteten Station ein Ticket kaufen. Ehrlich gesagt waren wir der Meinung, dass drei Tage in Budapest vollkommen ausreichend sind – dem ist nicht so. Wir hatten Dinge nicht sehen können, die wir aber gerne gesehen hätten, wie zum Beispiel eine ausgiebige Besichtigung des Memento Parks, das Schloss Vaydahunyad oder ein Besuch im Heilbad Széchenyi. Dennoch waren wir nach unserer Tour von Budapest sehr angetan von dieser Stadt und können die Erzählungen mit ruhigem Gewissen bestätigen.

 

Tipps:
  • Wetter: Beim nächsten Mal würden wir eher im Juni oder Juli Budapest besichtigen – ein Grund wäre auch der Aufenthalt in einem Park, denn von liebevollen Aufenthaltsplätzen gibt es in Budapest so einige.
  • Währung: Ungarn hat noch seine Währung in Forinth, aber durch die zahlreichen Bankautomaten und Wechselstuben könnt ihr bequem das Geld wechseln.
  • Unterkunft: Wir mieten bei unseren Reisen stets über Airbnb. Falls du noch nicht Mitglied bei Airbnb bist, kannst du dich hier gerne anmelden und bekommst für deine erste Registrierung sogar einen Gutschein geschenkt. Falls euch das nicht so recht ist, könnt ihr auch Hotels vergleichen und buchen. Vergleich doch am besten die Unterkünfte und Preise auf HolidayCheck
  • Anreise: Am bequemsten und unabhängigsten kommt ihr auf jeden Fall mit dem Auto nach Budapest - falls ihr aber kein Auto haben solltest, vergleicht doch einmal die Flüge und sucht euch auf fly.de - Das unabhängige Flug-Vergleichsportal einen günstigen heraus. Anderenfalls bleibt auch noch die Möglichkeit mit einem Fernbus zu fahren oder ein Auto euch auf Auto Europe zu mieten; Denkt bitte daran, in Ungarn eine Autobahnvignette zu kaufen.

 

 GALERIE

 

 

Kommentare (0)

Rated 0 out of 5 based on 0 votes
There are no comments posted here yet

Einen Kommentar verfassen

Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Anhänge (0 / 3)
Share Your Location