Rom - so wurde unser Trip unvergesslich
von Marcel Kalisch
in Italien
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Rom - Die Ewige Stadt. Welch eine treffende Bezeichnung für eine der faszinierendsten Städte Europas. Dabei ist Rom übrigens die einzige Stadt der Welt, die den Beinamen „Ewige Stadt“ führt und in der sich ein souveräner Staat befindet: Der Vatikan. Mit seiner knapp dreitausendjährigen Geschichte ist Rom nicht die älteste Stadt der Welt, aber was Rom auszeichnet, ist die gelebte Geschichte, wobei die untrennbaren Sagen und Mythen die Stadt zu dem machen, was sie ist - einzigartig. Nicht nur die Wege führten uns nach Rom, sondern auch durch Rom. Vorbei an den prächtigen Bauten des antiken Baustils, der wunderschönen Bauwerke der Renaissance und des Barocks, vorbei an der Geschichte von großartigen Künstlern wie Michelangelo, Raffaelo, Bernini, vorbei an unzählige Kunstschätze, welche die Stadt zu einer kulturellen Metropole machen. Gefolgt von einer Prise Neugierde, gefolgt von dem Duft des italienischen Cafés, gefolgt von den Stimmungsvollen Straßenansichten und verborgenen Winkeln.

Bereits bei unserer Ankunft in Rom wurden wir vom fließenden Pilgerstrom aus der ganzen Welt überrascht, was uns aber bei einer solchen Geschichte, wie es Rom nachzuweisen hat, nicht wundern braucht. Die Vielzahl an Sehenswürdigkeiten macht Rom den Reisenden auf der ganzen Welt zu einem profanen Pilgerziel. Wir brauchten davon Abstand, verständlicherweise hatten wir keine Lust auf den Massentrubel an den Hotspots. Gezielt steuerten wir die Orte in Rom an, welche uns die ersten Tage das Bild von Rom bescherten sollte, wie es auch für die EinwohnerInnen zu einem gewöhnlichen Lebensort macht, Tag ein, Tag aus. Wir bezogen in einer kleinen Seitenstraße namens Via Paola Falconieri im Stadtteil Trastevere unsere Unterkunft. In diesem Stadtteil waren die Straßenzüge vom italienischen Baustil der Nachkriegszeit und ihre gegensätzlichen Gruppierungen geprägt. Wer sich mit der italienischen Architektur schon einmal auseinander gesetzt hat, weiß die Charakteristiken der Gebäudestrukturen seitens der Neorealisten und Rationalisten, Brutalisten sowie der Organikern gut einzuschätzen. Ein Stadtteil, welcher durch die unterschiedlichen Stile und seiner historischen architektonischen Vergangenheit seine jetzige Form annahm. Ein Stadtteil, welcher eh und je von der arbeitenden Bevölkerung bewohnt wird - damals wie heute. Ein Stadtteil, welcher uns beim Bummeln durch die vielen kleinen schmalen Labyrinth geprägten Gassen führte. Ein Stadtteil, welcher uns durch seine vielen netten Restaurants mit seinen typischen italienischen Speisen und seinem pittoresken Charakter in Erinnerung bleibt . Ein Stadtteil, welcher nach unserer Meinung in Rom so nicht noch einmal vorkommt. „Auf der anderen Seite des Tiber“ - so wird der Stadtteil Trastevere auch noch genannt, weil es sich einst außerhalb der römischen Stadtmauern befand.

Nach diesem Bummel durch die Straßen von Trastevere kamen wir nach einiger Zeit am südlichen Eingang des Parks Villa Doria Pamphilj an. Die Villa Doria Pamphilj mit seiner gleichnamigen Parkanlage hat uns auf ihrer fast 9 Quadratkilometer messenden Fläche schwer beeindruckt und ist dabei auch noch der größte Park in Rom. Die Parkanlage gehört auch noch zu dem historischen Stadtteil Trastevere, liegt geografisch etwa 1,5 Kilometer südlich des Vatikans und westlich von Trastevere - es war gar nicht so weit von unserer Unterkunft entfernt. In diesem Park fanden wir bei einem Spaziergang nicht nur zu uns selbst und genossen die Ruhe, sondern wir konnten auch den Einheimischen bei ihren Aktivitäten zuschauen - die Parkanlage ist genau das richtige für Erholung und Entspannung oder um einfach seinen sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Aufgrund seiner Größe wirkte uns der Park trotz seiner zahlreichen BesucherInnen nicht überlaufen und auch konnten wir hier zu unserem Zeitpunkt keine Touristen antreffen. Was, glaube ich, in unserem Fall nicht negativ zu bewerten ist ;) Das Herzstück dieser Parkanlage ist auf jeden Fall die wunderschöne Villa Doria Pamphilij, welche einst für die Papstfamilie Pamphili im 17. Jahrhundert angelegt wurde und als herrschaftliche Residenz diente. Die Villa ist umgeben von Brunnen, kleinen Wasserfällen, ausreichend Wiese und gut durchdachte Baumalleen. Heute dient der Park vor allem auch noch für reine repräsentative Zwecke. Abseits der Touristenmassen - Städtetrips können so schön sein.

Auch wenn wir in Rom dem Touristenstrom nicht begegnen wollten, so ist es doch letzten Endes ein Muss wenigstens die geschichtliche Zeit dieser wunderschönen Stadt zu komplettieren. Dazu gehört eben auch ein Besuch zu den historischen Orten dieser Stadt. Historische Orte wie das Kolosseum, die spanische Treppe, das Forum Romanum, der Petersdom, der Petersplatz, das Pantheon, die Fontana di Trevi (oder auch der Trevi-Brunnen genannt), der Castel Sant Angelo (Engelsburg), der Lateran im Vatikanstaat, der Kapitolsplatz, die Trajanssäule, der Monumento Vittorio Emanuele, die Bocca della Verità (antiker Lügendetektor), dem Piazza Navona etc. All diese Orte haben wir natürlich auch besichtigt oder gezielt besucht, um die historische Geschichte und ihre Bauwerke einmal selber gesehen zu haben und versuchen diese natürlich auch selber zu verstehen, aber dieser Sightseeingtrip war ein sehr steiniger Weg. Steinig, nicht weil uns die historischen Orte durch die Pflastersteine einen Hauch von Nostalgie vermittelt haben und wir stets mit Vorsicht den Weg entlang liefen, steinig, weil gerade an Orten wie dem Petersplatz oder dem Trevi-Brunnen zu einem Touristenmagneten wurden und es teilweise dann doch schon zu einer Abneigung dieser Orte kam. Wie gut das wir bei unseren Reisen in Punkto Auswahl der Route recht individuell agieren (können). Abgelegene Destinationen, Selbstbestimmtheit und gefolgt von eigenen Interessen. Hotspots, welche sich dann bereits im Widerspruch zwischen Anspruch und Realität auszeichnet. Der Vorsatz, sich bewusst an das Unbekannte der Stadt zu orientieren und sich nicht an die Pläne zu halten, den Touristenmassen zu umgehen, wurde mit dem Sightseeing der Hotspots leider nur halbherzig verfolgt. Dennoch gehört das geschichtliche irgendwo auch dazu, auch für die allgemeine (Weiter-)Bildung. Mit unserem Tripp können wir euch dennoch einige Tipps mit auf dem Weg geben.

Tipps:
  • Genießt in einem der zahlreichen Parks die Ruhe (vor dem Sturm). Den größten Park, welchen wir herzlichst weiterempfehlen können, ist der Villa Doria Pamphili. Auch bietet sich von hier aus gleich die Möglichkeit, weiter zum Botanischen Garten zu laufen.
  • Eine Interessante Beobachtung war die italienische Esskultur. In Trastevere strömten die Römer zwischen 18 und 19 Uhr nur so in die Restaurants und tranken vor dem Essen einen Aperitivo. Die kleinen engen Gassen waren am Abend voller junger Leute, ein faszinierendes Erlebnis.
  • Jeder von uns mag unbedingt die Hotspots einer Stadt sehen, wir sind da nicht ganz ausgeschlossen - obwohl wir die meistens aufgrund der Touristenmassen meiden wollen. Was wir aber euch auf jeden Fall nicht empfehlen können, ist ein Besuch beim Bocca della Verità (Den Lügentest in der Kirche Santa Maria). Es ist eine Schlange zum verdursten, es wird gedrängelt zum verlieren der Vernunft und es kostet Geld für die Frage „Wozu eigentlich?“. Geht dafür lieber in die nächstgelegene Eisdiele.
  • Was würden wir beim nächsten mal anders machen? Nun, wir würden die Stadt mit einem Fahrrad erkunden. Soviel steht fest. Angeblich ist es möglich, die Stadt innerhalb von fünf Stunden mit dem Fahrrad zu erkunden. Es soll ja kein Wettlauf werden, aber an gemütlichen ein bis zwei Tagen mit dem Fahrrad durch Rom zu schlendern hat irgendwie einen tollen Reiz.
  • Einen Bummel durch das historische Viertel Trastevere. Definitiv. Eigentlich müsste dieser Punkt gleich ganz oben stehen ;)
  • Die Steckdosen unterscheiden sich von denen in Österreich oder Deutschland, berücksichtigt das bitte. Wir hatten in unserer Unterkunft Glück und es war ein Adapter vorhanden. 
  • In den öffentlichen Verkehrsmitteln oder gerade an stark versammelten Plätzen herrscht erhöhter Taschendiebstahl, deswegen achtet gerade an diesen Orten auf euch Wertgegenstände.
  • Die perfekte Zeit für ein Sightseeing in Rom ist Juni, September oder Oktober - da ist es noch schön warm aber nicht unerträglich heiß. Ab November fängt dann übrigens die Regenzeit an.
  • Plane für deinen Tripp mindestens drei volle Tage ein, Rom ist es definitiv Wert.
  • Wer sich die Sixtinische Kapelle ansehen möchte, sollte nicht nur das gesamte Vatikanmuseum besuchen, sondern auch rund 15€/p.P. für den Eintritt berücksichtigen - plus eine Meute auf heißhungrige Urlaubsfotografen und Gottesanbeter.
  • Haben wir etwas vergessen zu erwähnen? Ihr seid andere Meinung? Dann Kommentiert es und teilt es nicht nur uns, sondern auch den anderen Usern mit…

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