Drei Tage in Venedig
von Sandra Ivankovits
in Italien
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Es ist nicht immer notwenig lange Wege auf sich zu nehmen. Auch muss es zwangsläufig nicht immer in einer recht langen Zeitspanne sein. Manchmal reichen auch schon zwei Tage, ein Auto und eine direkte Vorstellung vom dem, was gesehen oder erlebt werden will, um aus dem Alltag zu entfliehen – das Wort Kurztripp kompensiert es ziemlich gut. So sind wir kurzentschlossen im warmen Sommermonat August in das Auto eingestiegen und fuhren in den Süden Europas, Venedig hieß das Ziel. Unsere Erfahrungen in Schrift und Bild.

Wie so oft auf unseren Reisen mieteten wir uns in Mestre eine Wohnung über Airbnb. Mestre, eine kleine ruhige Stadt, die mit ihren 200 000 Einwohnern ein Teil Venedigs ist. Damit wir uns einen ersten Überblick verschaffen konnten, hat uns der Vermieter dieser Wohnung freundlicherweise gleich am Abend bei unserer Ankunft mit dem Auto in das ca. 15 Minuten entfernte Venedig gefahren – italienische Gastfreundschaft, die wir auf unserer Reise auch noch von anderen Menschen in Erfahrung bringen durften. Ponte della Costituzione bezeichnet die Brücke, über die wir zu den vielen kleinen und größeren Brücken, den engen Gassen, die teilweise durch die Kanäle voneinander getrennt werden und den Stationen der Wasserbusse gelangt sind – der Anfang dieser einzigartigen und durchaus romantischen Stadt Venedig. Das Besondere und Außergewöhnliche an der Lagunenstadt ist der absolut geniale Transport mit den Wasserbussen (wird auf Italienisch Vaporetto genannt), diese ermöglichen das Erreichen von Sehenswürdigkeiten und den einzelnen Inseln. Es werden 15 verschiedene Linien angeboten, wo darunter zwischen Motorbooten, Motorschiffen sowie Wasserdampfern unterschieden wird. Die wohl beliebteste Linie ist die Nummer 1, in der sich die Aussicht auf den Canal Grande genießen lässt. Inmitten des Treibenlassen besteht natürlich immer die Möglichkeit an den vorgesehenen Haltestellen auszusteigen und zu Fuß weiter zu gehen. Was die Intervalle der verschiedenen Linien angeht, brauchten wir uns keine Sorgen zu machen, obwohl Venedig sehr gut besucht wird und unfassbar viele Menschen unterwegs waren, haben wir nie länger als 15 Minuten auf ein Vaporetto gewartet. Auch für Nachtschwärmer wird gesorgt, es wird nämlich zwischen 23:30 und 4:30 Uhr ein so genannter Nachtservice angeboten, der zwei Linien beinhaltet und der alle 20 bis 30 Minuten in Anspruch genommen werden kann.

So wie es wahrscheinlich viele von euch von Bildern her kennen, ist der Transfer mittels Gondeln und dessen Gondeliere sehr populär. Ich muss gestehen, dass wir uns auf so eine Gondelfahrt nicht eingelassen haben, weil es aus unserer Sicht gesehen das Geld einfach nicht wert war. Doch für all jene unter euch, die sich eine Gondelfahrt inmitten der romantischen Athmosphäre, die meist den Canal Grande entlang angeboten wird, nicht entgehen lassen wollen, sollten unbedingt ein bisschen Verhandlungsgeschick einsetzen, da die Preise zwischen den verschiedenen Gondelieren sehr stark variieren können. Ein sehr beliebter Platz in Venedig ist der Markusplatz (Piazza San Marco), der übrigens der einzige Platz in Venedig ist, der Piazza (deutsch: Platz) genannt wird. Der Markusplatz befindet sich in San Marco - einem der sechs Stadtviertel der Altstadt Venedigs und bietet auf einer Fläche von 34 Hektar Kirchen, wie z.B. dem Markusdom (Basilica di San Marco) sowie dem Dogenpalast Platz. Die im 11. Jahrhundert entstandene Basilica gehörte bis zum Ende der Republik (im Jahre 1797) dem Staatsoberhaupt und dem zentralen Staatsheiligtum der Adelsrepublik. Erst im Jahre 1807 wurde der Markusdom die Kathedrale des Patriarchen. Der mit 98,6 Meter messende Markusturm (Campanile di San Marco) ist der Glockenturm (auf Italienisch Campanile) des Markusdoms und darf sich als das höchste Gebäude Venedigs bezeichnen. Angrenzend zur Basilica befindet sich der Dogenpalast (Palazzo Ducale), der seit dem 9. Jahrhundert das Regierungs- und Verwaltungszentrum der Republik Venedigs darstellte. Heute ist das Museum frei zugänglich und die gotische Architektur und die prachtvollen Details dürfen bewundert werden. Neben den wirklich faszinierenden Sehenswürdigkeiten lässt sich bei einem Spaziergang durch die engen Gassen von San Marco – am besten mit einem Eis in der Hand – ein toller Altstadtflair genießen. Die Insel Murano, vor allem durch die Glasbläserei bekannt, liegt die Insel nördlich von der Altstadt Venedig. Auf einer Fläche von 1,5 Quadratkilometer und mit einer Einwohnerzahl von 4.500 setzt sich dieser Stadtteil Vendigs aus sieben Einzelinseln, die alle durch Kanäle voneinander getrennt sind, zusammen. Diese Art von Fragmentierung ist sehr beeindruckend. Wir staunten nicht schlecht, was für tolle kleine und größere Schmuckstücke aus Glas in Murano hergestellt werden – angefangen von Ohrringen über Weinstopfen bis Luster, ist alles dabei. Wer interessiert ist, kann sich auch eine Führung in einer Glasfabrik anschauen, um zu erfahren wie das berühmte Muranoglas hergestellt wird und wieviel Zeit es für so eine in unseren Augen „simple“ Vase oder dergleichen benötigt. Marcel und ich konnten übrigens nicht widerstehen und erfreuen uns jetzt jeden Tag an dem Anblick unserer wunderschönen orangefarbenen Vase aus Muranoglas, die aus insgesamt vier Lagen Glas besteht und vom Glasbläsermeister Cenedese eigenhändig uikaniert angefertigt wurde :) Neben der Glasbläserei gibt es aber auch noch ein paar andere Dinge zu sehen, da wären z.B. der Leuchtturm, der übrigens ein schönes Fotomotiv abgibt, sowie drei Gotteshäuser – das Kloster Santa Maria degli Angeli (die momentan renoviert wird), die Basilica di Santa Maria e San Donato sowie die Kirche San Pietro martire.

Klingt ähnlich wie Murano, gibt es eine weitere Insel, die sich Burano nennt, die ebenfalls in kurzer Zeit von Venedig aus mit dem Vaporetto zu erreichen ist. Burano besticht eindeutig mit den vielen aneinandergereihten bunten Häusern, was schon eine einzigartige Kulisse bietet. Hintergrund der bunten Häuser war angeblich, dass sich die Fischer bei Schlechtwetter und Nebel besser orientieren konnten und somit leichter nachhause fanden. Burano besteht aus vier Einzelinseln, die durch Kanäle voneinander getrennt und durch Brücken miteinander verbunden sind. Auf 21 Hektar leben hier etwa 2700 Menschen. Neben den bunten aneinandergereihten Fischerhäusern ist Burano auch für seine Spitzenstickereien bekannt. Seit dem 16. Jahrhundert wurde dort mit einer besonderen Sticktechnik, die sich Reticella nennt, feinste Spitzen hergestellt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von einigen Italienerinnen die Spitzenschule Scuola di Merletti gegründet, die heute noch besteht und von der die echten Buranospitzen im Museo del Merletto bewundert werden können. Nach der Erkundung Buranos ging unsere Reise weiter und wir kamen bei dem Stadtviertel Cannaregio an, wo eine weitere wunderschöne alte Kirche, die Santa Maria Assunta ihren Platz hat. Die heute umgangssprachliche Kirche Gesuiti wurde bereits um 1150 erbaut und dann von 1715 bis 1729 komplett neu im Barockstil umgebaut. Besonders auffallend ist die Jesuitenkirche durch ihre charakteristische Marmorverkleidung. Ein weiteres bekanntes Bauwerk Venedigs ist die Rialtobrücke, die über den Canal Grande führt und durch die das Stadtviertel (auf Italienisch Sestiere) San Marco mit dem Stadtviertel San Polo verbunden wird. Die im 15. Jahrhundert erbaute Brücke misst eine Länge von 48 Meter und verfügt über eine Durchfahrtshöhe von 7,50 Meter. Leider konnten wir aufgrund der sagenhaften Menschenmassen den Ausblick auf der Rialtobrücke nicht besonders genießen, was aber wahrscheinlich auch daran lag, dass wir in der Hauptsaison Venedig besucht haben. Für alle Romantiker unter euch, es soll wohl angeblich Glück bringen auf der Brücke seine/seinen Liebste/Liebsten zu küssen, sofern ihr der Sage Glauben schenken möchtet.. :)

Tipps:

  • Versucht hauptsächlich auf Selbstverpflegung umzusteigen, in Venedig sind einige Supermärkte mit angemessenen Preisen vorhanden.
  • Eine Vorführung, wie das Glas geblasen wird und welche Arbeitsschritte dafür notwendig sind, ist, je nach Interessenlage, zu empfehlen. Als wir vor Ort das Vergnügen hatten, kam die Vorführung pro Person um die 10€ und nimmt etwa eine gute Stunde ein.
  • In Venedig haben wir so einige Eissorten probiert und können mit ruhigem Gewissen das Eis in der "We Bar" (Campo dei Gesuiti 4880, 30121 Venezia Italia) empfehlen. Nehmt euch dazu auch ruhig die Zeit und genießt es auf dem unmittelbar angrenzenden Platz – einer mit der einzigsten Orte in Venedig, wo etwas einheimischer Flair zu spüren ist.
  • Empfehlenswert ist das Restaurant „Ponte di Calatrava“, welches sich links von der gläsernen Brücke befindet und nach der Ankunft am „Piazzale Roma“ überquert werden muss. Hier werdet ihr unter recht günstigen Preisen gutes Essen und vor allem leckeren Wein genießen können. Am besten besucht das Restaurant am Abend, wenn die Sonne untergeht, da wirkt alles viel romantischer und gemütlicher :)
  • Kauft euch mindestens ein Tagesticket für 20€, so könnt ihr innerhalb von Venedig mit dem Boot fahren und fungiert vom Prinzip her wie ein Taxi.

 

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